ja, mich gibt es noch und es geht mir auch wirklich gut. Die letzten Wochen gab es immer viel zu tun und zur Ruhe gekommen bin ich selten.
Da gab es eine Woche, in der wir zwölf Notfälle hatten und acht Krankenhausübernachtungen von uns Freiwilligen gemeistert werden mussten. Hinzu kam, dass zwei im Urlaub waren und wir somit nur noch zu sechst. Zwischenzeitlich kam es dann zu einer unglaublichen Belastung. Durch die Notfälle einerseits, durch die Tatsache, dass uns das Office kaum unterstützte andererseits. Erst für die letzten zwei Übernachtungen war es uns erlaubt auch mal eine Erzieherin und eine Kurzzeitfreiwillige im Krankenhaus übernachten zu lassen – zu einem Zeitpunkt als unsere Kräfte auch schon am Ende waren. Zwischen 70 und 80 Stunden hat jeder von uns in dieser Woche gearbeitet und Wochenende hatten wir nur am Sonntag...
Besagte Woche fing allgemein schon gut an, da am Montag fast eines unserer Babies an Austrocknung gestorben wäre. In letzter Minute sind wir ins Krankenhaus gefahren, wo das Kind dann aufhörte zu atmen und wiederbelebt werden musste. Inzwischen ist es wieder soweit gesund und zurück in Baphumelele. Über eventuelle Spätschäden kann jetzt noch nichts gesagt werden zumal das Kind schon durch den Alkoholismus der Eltern Schäden davon tragen wird.
Vor wenigen Wochen ist dann auch ein kleines Kind gestorben. Für mich stellt es nicht so eine große Belastung dar, da das Kind zuvor bereits mehr als einen Monat im Krankenhaus verbracht hatte und ich es kaum kannte. Ein Bild von ihm habe ich nicht. Aber komisch ist es trotzdem und tragisch... Die Mutter des Säuglings ist selber schwer krank und stationär in einer Spezialklinik für TB – was auch der Grund dafür ist, dass das Kind bei uns war.
Seit ungefähr 3 Wochen geht es aber wieder bergauf und wir hatten fast nur Notfälle mit neuen Kindern und auch die hielten sich im Rahmen. Die Wochen sind wieder mäßig stressig und die Wochenenden wieder frei.
Morgen ist Ostersonntag... Wir werden für die Kinder Schokolade und dergleichen verstecken – aber entgegen jeglicher Tradition erst in der Nacht zum Montag. Gestern habe ich einen wirklich leckeren Osterzopf gebacken und auch sonst koche und backe ich gerade viel.
Soweit ich das heraus bekommen habe, ist der Osterhase hier nicht Tradition und der Karfreitag scheint wichtiger zu sein als der Ostersonntag. Die Kinder sind das Eiersuchen nur deshalb gewohnt, weil schon die alten Freiwilligen das immer gemacht haben. Obwohl hier gerade viel zum Thema Ostern ist (wir und auch ich haben auch schon Eier angemalt) bin ich so gar nicht in Osterstimmung.
Es ist hier alles so weit weg. Über das, was in der Welt so passiert informiere ich mich hauptsächlich durch die Berichte im SpiegelOnline und trotzdem kommt einem hier alles was man liest so unreal vor.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein schönes besinnliches Osterfest mit vielen bunten Eiern und ganz viel Schokolade!
Samstag, 11. April 2009
Hallo mal wieder
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