Und heute war dann der große Tag der Eiersuche. Schon um 04:30 in völliger Dunkelheit haben wir Freiwilligen uns aus unseren warmen, gemütlichen Betten gequält, um Eier zu verstecken - das ist übrigens das erste Osterfest an dem ich die Eier verstecke und nicht suche...
Um 05:45 waren wir dann jedenfalls fertig und ungefähr 1000 Süßigkeiten für 120 Kinder versteckt. Die Suche konnte beginnen, bzw. noch nicht, da es noch immer ganz dunkel war. Also warteten wir noch eine halbe Stunde, bis der Himmel sich anfänglich erhellte und starteten dann die Suche.
Es ist echt interessant, dass die Kinder trotz Ferien und Feiertagen alle wie gewohnt zwischen fünf und halb sechs aufstehen. Bis auf die Cluster 5 und 7 in denen es auch grundsätzlich etwas gemütlicher zugeht.
Jedenfalls fiel innerhalb weniger Sekunden ein Heuschreckenschwarm über Baphumelele her - so konnte man jedenfalls meinen, wenn man die Kinder beobachtete. Von den Clustern in Richtung Clemens wurde alles systematisch von den Kindern abgegrast und innerhalb relativ kurzer Zeit waren schon 95% der Verstecke geplündert.
Pech hatten die kleinen Jungs aus dem Clemens-Haus, die gerade geduscht wurden, als die Suche begann - gerade für die 4-6 Jährigen ist so eine Suche doch etwas besonders tolles.
Pech hatten auch die Kinder aus Cluster fünf, die erst noch ihre Betten verlassen mussten, um mitsammeln zu können.
Auch in Cluster 1 lief nicht alles glatt. Viele der Kinder dort sind noch recht jung und neu in Baphumelele. Jedenfalls ist die Eiersuche keine Tradition in Südafrika und so wussten die Kinder damit erstmal nichts anzufangen. Noch während alle anderen schon lärmend am Cluster vorbeizogen und Eier suchten, saßen die Kinder regungslos vor ihren Frühstücksschälchen und aßen. Aber auch die Anlaufschwierigkeit konnte behoben werden und im Endeffekt waren ja auch genügend Süßigkeiten für alle da!
Eigentlich hatten wir Freiwillige vor, wenn die Suche vorbei sein sollte einfach wieder in unsere Betten zu verschwinden und zu schlafen, entschieden uns dann aber kurzfristig dazu, einen Brunch zu veranstalten. Also sind Marie, Babalwa (eine südafrikanische Freundin von uns) und ich zum Pick'n Pay im Nachbar-Township Mitchell's Plain gefahren, der zu unserem Glück trotz des Feiertages ab acht Uhr geöffnet hatte. Und wir haben es sehr genossen, einmal in einem fast menschenleeren Laden einkaufen zu können und an der Kasse nicht anstehen zu müssen. Denn wenn wir abends unsere Wochenenkäufe machen, ist es immer ziemlich voll und man steht mindestens zwanzig Minuten an der Kasse.
Zurück in Baphumelele erklärten wir die Flat zur Tabuzone und bereiteten ein echt geiles Frühstück mit frischen Brötchen, Obst, Käse, Schinken, Würstchen, Joghurt, Eiern und vielem mehr zu.
Im Anschluss an das gelungene gemeinsame Osterfrühstück hatten wir dann noch eine Eiersuche veranstaltet, die nur einen Haken hatte: Für jeden gab es zwei Eier, die mit dem eigenen Namen bezeichnet waren und von der Person selber gefunden werden mussten...
Tückisch war auch, dass Marie irgendwann begann Eier einfach um zu verstecken, so dass es sein konnte, dass das Ei irgendwo war, wo man eigentlich schon einmal gesucht hatte.
Tja, und um es kurz zu machen: viel mehr habe ich an diesem Tag dann auch nicht mehr geleistet. Ich habe mich noch etwas ausgeruht, viel mit den Kindern gespielt und die freie Zeit genossen.
Montag, 13. April 2009
Ostermontag in Baphumelele
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