Sonntag, 30. November 2008

Weihnachtsmützen und der erste Advent

Jetzt ist es so weit. Der erste Advent läutet endgültig die Weihnachtszeit ein. So eine hässliche Weihnachtsmann-Mütze habe ich auch schon, aber die passende Stimmung will noch nicht aufkommen. Draußen ist es warm, die Sonne scheint und es gibt keine Kerzen, Kekse oder heißen Tee. Wieso auch? Es ist Sommer, die Ferien fangen bald an und die Werbung in den Schaufenstern wirkt fehl am Platz.

Noch eine Woche, dann fangen hier die großen Ferien an. Für das Programm sind zum größten Teil wir zuständig und es wird schon fleißig geplant. Ich persönlich möchte mit den Kids, insbesondere den Jüngeren, jedem Sommerwetter zum trotz, Kekse backen. Möglichst so viele, dass es für ganz Baphumelele reicht. Wir werden sehen, in wie weit ich das verwirklicht bekomme. Denn auf Backen sind die Kinder immer ganz scharf – vor alllem auf das, was dabei raus kommt.

Vorher ist allerdings noch das Zwischenseminar in Hermanus. Vom 8.-12. Dezember gibt es somit eine Auszeit von all dem Trubel hier und für die die da bleiben (es fahren immer vier zu jedem der zwei Seminare) bedeutet es doppelte Arbeit. Das Ferienprogramm wird drunter leiden, der Feierabend auch. Aber ich denke schon, dass wir das alles gut schaffen werden. Am 6. August, also bereits am Samstag, werden Jakob, Freddie und ich losziehen. Erstmal nach Belville und dann schauen, wann der erste Minibus nach Hermanus fährt. Das Abenteuer kann beginnen...

Den ersten Advent habe ich mit Freddie in Kapstadt verbracht. Schon am Freitag Nachmittag sind wir beide los gezogen, um ein wenig zu entspannen und Zeit für uns zu haben. Neben ein paar Einkäufen und viel Geschlendere haben wir uns das District Six Museum in Kapstadt angeschaut. Im ersten Augenblick haben mich die vielen Eindrücke erschlagen, bei genauerem Hinsehen wurde es dann aber doch sehr interessant. Überall hängen Fotos, Karten und Informationstexte. Viele Einzelschicksale werden behandelt, viele Auszüge von Interviews sind zu lesen.

Es ist schon krass, was für ein Viertel voller Leben dort ausgelöscht wurde. Die Hauptstraße des District Six erinnert an die Longstreet und die vielen Fotos zeugen von Geschäftigkeit. Nachdem 1966 der Berzirk zur „weißen Zone“ erklärt wurde, wurden bis 1982 über 60.000 Menschen vertrieben.

Noch heute sind große Flächen des damaligen „District Six“ Brachland und ungenutzt...

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