Heute ist mal ein Tag, an dem ich zu so gut wie gar nichts gekommen bin. Die Fahrt, die ich machen wollte, wurde unerwartet gestrichen und in Sachen Medizin gab es heute so gut wie nichts zu tun.
Um den Tag nicht mit Faulenzen zu verbringen, bin ich ins Babyhaus gegangen und habe mich mit Kgomotso beschäftigt (die Kleine, die Meningitis hatte). Vor der Krankheit war sie dabei Laufen zu lernen, jetzt kann sie kaum noch alleine sitzen, nicht mehr die Flasche selber halten. Ich habe ihre Beine ein bisschen gelöst, weil sie ganz verkrampft sind und sitzen mit ihr geübt. Dazu muss ich sagen, dass sie dabei die ganze Zeit hart arbeiten muss, mehr oder weniger wackelt und auf keinen Fall umfallen darf, denn wenn das passiert schreit sie und es ist nicht so leicht, sie wieder zu beruhigen.
Schade ist, dass sie auch nicht mehr lacht, nicht an anderen Sachen interessiert ist. Wenn ich ihr etwas hinhalte, versucht sie nicht danach zu greifen und es zu bekommen, schaut oft noch nicht einmal hin. Dafür ist wieder ein wenig Interesse für die Umwelt da. Wenn sie in ihrem Bettchen sitzt, dreht sie schon ihr Köpfchen und schaut sich um.
Es ist ein komisches Gefühl nach Arbeit suchen zu müssen, wenn man sonst so sehr eingespannt ist, wie ich durch die Medizin. Oft muss man morgens schon früh etwas erledigen, nach Kindern schauen und ständig kommt jemand zu einem, der Fragen in Bezug auf die Medizin oder ein krankes Kind mit bringt. Es gibt viele scheinbar kleine Dinge, die man alle behalten muss und die man irgendwann erledigen sollte. Wenn die Ärzte da sind, bringen sie einem oft neue Aufträge mit und es gibt, ein, zwei, drei neue Kinder, die man täglich behandeln und nach denen man schauen muss. Nebenher kommen immer wieder Kinder die etwas Aufmerksamkeit brauchen, getröstet werden müssen oder irgendetwas haben wollen. Es ist also immer etwas los.
Am Wochenende ist Khayelitsha Festival. Mal schauen ob ich da hingehe oder nicht. Nächstes Wochenende werde ich jedenfalls auf die Farm eines Bekannten gehen und dort den Abstand und die Ruhe genießen, denn eine WG aus 9 Leuten ist selten unkompliziert und mal für sich sein kann man hier auch selten, da wir uns Zimmer teilen.
Letztes Wochenende waren wir auf einem „Konzert“ in Robertson – ca. 2 Autostunden von hier entfernt. Da wir knapp dran waren, haben wir uns auf der Fahrt sehr beeilt, haben aber die afrikanische Pünktlichkeit nicht eingerechnet. Statt wie geplant um 16:00 begann das Konzert nämlich letztendlich erst um 20:00. Wir hätten uns unterwegs also gut etwas Zeit lassen und uns an die geschwindigkeitsbegrenzungen halten können.
Das Konzert war von einigen unserer Jungs (aus dem Heim, die auf ein Internat gehen) und dem „Chef“ des Bonitahauses organisiert und sollte Geld für eine Stufenfahrt einbringen. Diesen Zweck wird das Konzert, eventuell auch aufgrund des verspäteten Beginns, wohl nicht erreicht haben, denn es waren vielleicht 30 bis 40 Jugendliche da, von denen jeder umgerechnet weniger als einen Euro Eintritt bezahlt hatte. Abgesehen davon kann man aber schon von einem gelungenen, unterhaltsamen Abend sprechen und ich muss sagen, dass ich das den Jungs nicht so zugetraut hätte – Respekt!
Die Fahrt heim, mitten in der Nacht auf freien Straßen, war dann nochmal schneller als die Hinfahrt (dass wir dabei sämtliche Geschwindigkeitsbeschränkungen gebrochen haben, brauche ich dabei ja nicht zu erwähnen).
Mittwoch, 22. Oktober 2008
Neuigkeiten...?
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