Nun ist es endlich so weit, dass ich wieder dazu komme, einen Bericht für meinen Blog zu schreiben.
Die letzten Tage ist eine menge passiert und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Am besten knüpfe ich direkt an den letzten Post an, denn heute wurde das Kind aus dem Krankenhaus entlassen, mit dem ich die Nacht dort verbracht hatte.
Als “mein” erstes Emergency-Kind habe ich es natürlich selber abgeholt und mich darum gekümmert, dass die Care-Giver im Babyhaus wissen, welche Creme wie oft wo aufgetragen werden muss.
Noch als er im Krankenhaus lag, habe ich den Kleinen hin und wieder besucht, wenn wir dort Termine mit anderen Kindern hatten. So habe ich dann am Freitag auch mitbekommen, dass eine Sozialarbeiterin eingeschaltet wurde, um zu gucken wo das Kind nun hin kommt, und dass es eigentlich nur noch im Krankenhaus liegt, weil es kein zu Hause hat. Irgendwie haben die das nicht ganz mitbekommen, dass er zu uns in das Kinderheim gekommen ist, aber unsere “Managerin” hat das dann auf meinen Bericht hin geregelt und so kam er heute zurück.
Seit ungefähr einer Woche habe ich nun auch “mein eigenes Physiokind” - Kgomotso. Sie ist total süss, ungefähr 13 Monate alt und kann weder laufen noch krabbeln. Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester ist sie erst gegen Ende Juli zu uns gekommen und da Anil, der die Physio mit der Zwillingsschwester macht, und ich mit den Beiden am Freitag nahezu zehn Stunden im Krankenhaus waren, ist da schon eine gewisse Bindung entstanden. Es ist auch jedesmal schön, wenn wir in das Babyhaus kommen und uns die Beiden schon freudig anstrahlen und die Arme entgegen strecken. Die ersten kleinen sichtbaren Fortschritte haben sie auch schon gemacht!
"Mein" Physiokind Kgomotso... sooo süß!
Und Kagiso, die Zwillingsschwester...
Am Wochenende war ich dann etwas krank und habe entsprechend den Sonntag mit Fieber im Bett verbracht. Gestern habe ich mich dann noch etwas geschohnt und heute war ich dann wieder voll mit dabei, auch wenn nicht so arg viel zu tun war.
Unser zweites Auto, der UNO tut immer noch manchmal und manchmal auch nicht. Man muss also immer Angst haben, sein Ziel nicht zu erreichen, oder nicht wieder heim zu kommen. Meistens nutzen wir also den anderen, aber für die Pickups ist der UNO unabdinglich, weil nur er eine Anhängerkupplung hat.
Freitag und Sonntag kommen noch Lina und Veronika und wenn Jonas Ende August kommt, sind wir deutschen Freiwilligen dann vollzählig, aber es soll noch jemand aus Amerika kommen. Mit den Aviva-Freiwilligen aus aller Welt haben wir irgendwie kaum Kontakt. Unsere Arbeitszeiten- und Plätze sind allerdings auch sehr verschieden und sie bleiben auch nur für ein paar Wochen (manche auch ein paar Monate).
Ein bisschen anstrengend ist, dass die Kinder gerade alle versuchen unsere Grenzen auszutesten und jedes versucht die meiste Aufmerksamkeit zu bekommen. Dass ich heute eine Schar Kinder aus unserem Treppenhaus scheuchen musste, weil sie dort trommelten, ist nicht wirklich ungewöhnlich.
Da die alten Freiwilligen die Kinder wohl auch recht viel in die Wohnung gelassen haben, ist es für uns umso schwerer, unsere Privatsphäre zu behaupten. Wir können nichts liegen lassen und es ist schon echt nervtötend, wenn nacheinander ungefähr acht Kinder die Wohnung stürmen, weil sie sich alle etwas ausleihen wollen. Es ist natürlich auch klar, dass JEDES es wieder bringt, aber wir geben uns echt Mühe und wenn wer etwas ausleihen will, muss er wirklich alles wiederbringen, was er noch hat.


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