Mittwoch, 23. Juli 2008

Nach dem Seminar ist vor der Abreise

Bis gestern noch war ich auf dem Vorbereitungsseminar in Helmarshausen, das zu Bad Karlshafen gehört. In den 10 Tagen stieg nicht nur die Vorfreude auf das kommende Jahr, sondern auch das Gefühl total abgeschottet zu sein und nichts machen zu können. Es gibt/gab einfach noch so viel zu tun.
Interessant war es auf jeden Fall. Es wurden Themen wie: medizinische Vorsorge, Entwicklungspolitik, Krisen und Konflikte und Selbstreflektion. Wichtige organisatorische Sachen wurden geklärt und in Kleingruppen, den so genannten "LRG's" (Länder- und Regionalgruppen) wurden die Themen vertieft und Länderspezifisches erarbeitet. Mein Bericht, den ich zu diesem Zweck verfasst habe, findet ihr am Ende dieses Beitrags angehängt.
Neben vielen ernsten Themen wurde viel Volleyball gespielt, es gab eine Kanutour und viele interessante Erfahrungen zu machen. So mussten wir an einem Tag z.B. mit den Fingern essen.
Wir waren bestimmt keine einfach Truppe und 75 Jugendlich/junge Erwachsene sind schon viel, aber wir hatten das Glück an eine tolerante und nette Herberge geraten zu sein, die sehr zum Gelingen des Seminars beitrug.
Heute in zwei Wochen wird der Flieger abheben und dann geht es wirklich los. Bis dahin gibt es noch einiges zu erledigen. Aber immerhin ist mein Visum angekommen. Ab der Ankunft darf ich nun 13 Monate in Südafrika bleiben - das lässt Freiraum für Reisen und ähnliches!


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Das Western Cape
Die südafrikanische Provinz „Western Cape“ mit der Hauptstadt Kapstadt liegt an der Südwestspitze des afrikanischen Kontinents und umfasst eine Fläche von 129.370km², was in etwa der Größe Griechenlands entspricht. In Bezug auf die Gesamtfläche Südafrikas sind dies 11%.Die Western Cape Provinz hat die höchste Wachstumsrate und das höchste Pro-Kopf-Einkommen Südafrikas. Trotzdem verdienen über 73% der Bevölkerung weniger als 400€/Monat. Die Spaltung zwischen Arm und Reich ist also auch hier in sehr großes Problem, auch wenn die Provinz das höchste Pro-Kopf-Einkommen hat.Hier finden sich viele interessante Orte, Tiere, und vor allem Pflanzen „auf einem Fleck“. Gleichzeitig leben hier auch Menschen vieler verschiedener Nationalitäten und Kulturen. Diese besondere Mischung aus Landschaft, Kultur und Historie machen die Kaphalbinsel zu einem wichtigen Teil Südafrikas.Näher eingehen werde ich auf Kapstadt und seine Besonderheiten, das Klima, den Tafelberg, Cape Point und das Kap der guten Hoffnung, Robben Island, die geschichtlichen Hintergründe und die Townships. Ebenso werde ich einen Blick auf Kapstadt als „Tor zur Welt“ werfen.

Kapstadt
Kapstadt ist nach Johannesburg und Durban die drittgrößte Stadt Südafrikas. Seit 2004 ist hier das Parlament ganzjährig ansässig. Zuvor war es das nur während der Wintermonate. Gleichzeitig ist Kapstadt die Hauptstadt des Westkaps (Western Cape). Da Kapstadt die erste Stadtgründung der Kolonialzeit war, wird sie oft auch als „Mother City“ bezeichnet.

Geschichtliche Hintergründe
Die Ureinwohner am Kap waren das erste afrikanische Hirtenvolk, das mit den Europäern in Kontakt kam. Für sie wurde der heute oft als abschreckend verwendete Begriff „Hottentotten“ angewandt. Heute bezeichnet man die Hirten als „Khoikhoi“ und die Jäger und Sammler als „San“. Diese kamen vor ungefähr 2000 Jahren aus Botswana ans Kap. Erste Kontakte von Europäern mit diesen sind in den Notizen von Bartolomeu Dias’ von 1487/88 zu finden. Die erste Besiedlung des Kaps durch Weiße geschah durch einen Zufall. Im März 1647 strandete das Holländische Schiff „Haerlem“ und seine Besatzung lebte ungefähr ein Jahr in provisorischen Hütten aus Wrackteilen und ähnlichem, bis die restlichen Schiffe der Flotte aus Indien wiederkamen. Ihre Siedlung nannten sie „Zanderburgh“. Jan van Riebeeck, der mit auf der Rettungsflotte war schlug vor, am Kap eine Versorgungsstelle für Schiffe einzurichten und wurde 1651 von der VOC (Vereinigte Ostindische Kompie) beauftragt ein Fort aufzubauen. Nach 10 Jahren verlies van Riebeeck das Kap und es sollte noch weitere 10 Jahre dauern bis sich die VOC entschloss am Kap eine permanente Siedlung zu gründen. Kapstadt war geboren.

Victoria & Alfred Waterfront
Dort wo früher nur das Werft- und Hafenviertel war, findet sich heute die Victoria & Alfred Waterfront. Die beiden historischen Becken des Hafens, die 1870 und 1905 in Betrieb genommen wurden haben ihren Namen von der britischen Königin Victoria und ihrem zweiten Sohn Prince Alfred der 1860 bei einer Reise durch die britischen Kolonien den Grundstein für die Wellenbrecher-Mauer vor dem Dem Verfall nahe begann die Stadt 1990 eine neue lebendige Infrastruktur zu erstellen. Es wurden ein großes Einkaufszentrum, Museen, eine Brauerei und zahlreiche weitere Geschäfte und Gastronomien etabliert. Hotels, Bürohäuser und exklusive Appartements wurden gebaut und die Victoria & Alfred Waterfront gewann zunehmend an Aktualität und Beliebtheit. Besucher aus aller Welt statten ihr einen Besuch ab und nutzen die Vielfältigkeit, die sie zu bieten hat. Der alltägliche Werft- und Hafenbetrieb findet auch weiterhin statt, sodass ein natürlicher fischiger Geruch über der Waterfont liegt.

Die Longstreet
Die Longstreet ist, wie der Name schon sagt, die längste Straße Kapstadts. Auf ihr findet man viele kleine Läden, Bars und Backpackers. Besonders in Kapstadts Nachtleben spielt sie eine große Rolle, da hier immer etwas los ist. Durch die Schaffung der Victoria & Alfred Waterfront hat die Innenstadt Kapstadts und somit auch die Longstreet an Bedeutung verloren, viele Geschäfte sind abgewandert. Durch den Bau eines „Canale Grande“ hat die Stadtverwaltung vor den Wert der City zu heben. Auf ihm sollen Boote als Taxis zwischen der Waterfront und der Innenstadt pendeln. Eine gewisse Attraktivität ist der Longstreet trotz allem nicht abzusprechen und einen Besuch ist sie sicher wert.

Das Klima in der Western Cape Provinz
Hier zunächst ein Klimadiagramm, welches die Durchschnittswerte (Niederschlag und Temperatur) darstellt.



Es fallen also in der Regel 523 mm Regen im Jahr bei einer durchschnittlichen Temperatur von 16,3°C. Während bei uns auf der Nordhalbkugel in den Monaten Juni bis August Sommer ist, ist es auf der Südhalbkugel umgekehrt. In Südafrika, also auch in Kapstadt, ist zu dieser Zeit Winter. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass in der Kapregion Winterregen ist. Im Sommer ist es bis auf einige wenige Ausnahmen trocken und warm.
Hier eine Tabelle, die die durchschnittlichen Tagestemperaturen, die Nachttemperatur, Sonnenstunden/Tag, Niederschlaf/Monat und Wassertemperatur aufzeigt:



Die Temperaturen gehen selbst im Winter nachts selten unter 5°C und so fällt höchstens einmal auf dem Tafelberg etwas Schnee. Die Tiefdruckgebiete und Luftströmungen im Winter bringen zwar Regen nach Kapstadt, jedoch hält dieser oft nicht allzu lang an und wenn einmal die Sonne scheint kann es durchaus auch angenehm warm werden. Im Sommer liegen die Temperaturen meist zwischen 26°C und 28°C und da die Luft sehr trocken ist, ist das Klima so sehr angenehm. Hin und wieder steigen die Werte auch über 30°C. Wettereinbrüche wie in europäischen Sommern kommen in Südafrika nicht vor. Für Reisen in das Kapgebiet bietet es sich an den Frühling (Mitte September bis November) oder den Herbst (Februar bis April) zu nutzen, da die Temperaturen zu dieser Zeit zum Reisen am angenehmsten sind.

Der Tafelberg
Der Tafelberg ist ein rund 60 km² großes Felsmassiv mit einer Höhe von 1087 Metern und Wahrzeichen Kapstadts. Auf ihm finden sich rund 1500 verschiedene Pflanzen, von denen viele sonst nirgends auf der Welt zu finden sind. Seit Juni 1998 ist der Tafelberg Teil des neuen „Table Mountain National Parks“. Der Tafelberg besteht überwiegend aus Tafelbergsandstein, der auf einem Granit-Schiefer-Unterbau, dem sogenannten „Malmesbury Bed“ lagert. Es wird angenommen, dass er einmal ungefähr fünfmal so hoch war wie heute. Doch in den rund 600 Millionen Jahren die es ihn schon gibt haben Wind und Wasser für sein heutiges Aussehen gesorgt. Dadurch, dass Wasser in Spalten und Risse im Sandgestein eindringen und diesen aushöhlen konnte, entstanden die größten Sandsteinhöhlen der Welt. Zugang zu dem Berg findet man zum einen durch einige Pfade aber auch durch eine Seilbahn und auf dem Felsmassiv ist ein interessanter Rundwanderweg angelegt. Folgt man ihm, so erhält man eine wunderschöne Aussicht auf Kapstadt. Der Tourismus, der sich durch die Inbetriebnahme der neuen Seilbahn im Jahre 1997 deutlich verstärkt hat, birgt durchaus auch Gefahren. So drohen die großen Menschenmassen das einzigartige Naturschauspiel zu zerstören. Durch den Status des Nationalparks wird nun versucht es zu erhalten. Zum Tafelbergmassiv gehören ebenfalls: Der Devil’s Peak mit 1000 Metern Höhe, der Lion’s Head mit 668 Metern Höhe, der Signal Hill mit 350 Metern sowie die Berge der zwölf Apostel mit Höhen von 700-800 Metern. An Tieren finden sich auf dem Tafelberg vor allem Klippschiefer und Krähen, wobei letztere sehr zahm sind und sich bei der Nahrungssuche in der Regel auf die Touristen verlassen. Wer im Sommer nach Kapstadt kommt wird sicher einmal das so genannte „Tablecloth“ des Tafelbergs beobachten können. Dadurch, dass der Tafelberg für feuchte Luftmassen die vom Meer her kommen das erste Hindernis darstellt, zwingt er sie zum Aufsteigen, wobei sich Wolken bilden.

Cape Point
Es heißt of an Cape Point träfen sich atlantischer und indischer Ozean. Dem ist jedoch nicht so. Vielmehr geschieht dies am ca. 200 km östlich gelegenen „Cape Agulhas“, welches auch der südlichste Punkt Afrikas ist. Trotzdem kann man hier das Aufeinandertreffen verschieden warmer Meeresströme beobachten. Es ist auch so, dass der Atlantik östlich des Cape Points um einiges wärmer als westlich der Kaphalbinsel ist. Cape Point ist eigentlich nur daher wirklich wichtig, dass sich dort der Leuchtturm befindet, der den Schiffen den Weg weist. Gleichzeitig befindet sich dort auch noch ein alter Leuchtturm, dessen Licht, da er zu hoch gebaut ist im Nebel oft nicht zu sehen war.

Das Kap der guten Hoffnung

Das Kap der guten Hoffnung ist der südwestlichste Punkt der Kaphalbinsel. Früher war es aufgrund der weit reichenden Kliffe unter der Wasseroberfläche und der kräftigen Stürme sehr gefürchtet. Jeder Seemann war froh, wenn er es wohlbehalten umsegelt hatte, da der schwierigste Teil der Strecke somit geschafft war. Es wird gesagt, dass sein Name mit der Hoffnung, dass man wenn man es umsegelt habe nach Indien komme, verbunden sei. Das Kap der guten Hoffnung wurde 1844 von Bartolomeu Diaz auf einer seiner Fahrten entdeckt.


Robben Island
Bekannt wurde Robben Island durch Nelson Mandela der auf dieser ehemaligen Gefängnisinsel 19 seiner 27 Haftjahre absitzen musste. Robben Island liegt Kapstadt vorgelagert in der Tafelbucht (Table Bay) und war in früheren Zeiten noch zu Fuß erreichbar. So kommt es, dass lange bevor die Holländer kamen bereits Menschen auf Robben Island gewesen sind. Derzeit lebten auch noch sehr viele Pinguine und Seehunde auf der Insel, denen die Holländer zum Verhängnis wurden. Diese betrieben es als Sport hunderte von Pinguinen auf Langboote zu treiben und sie zu Tode zu prügeln. Da Kapstadt schon früh dicht besiedelt war, war die Insel ein idealer Ort für ein ausbruchssicheres Gefängnis. Aufgrund der recht weiten Entfernung zum Festland und der kalten Strömung waren Fluchtversuche von ihr quasi aussichtslos. Schon die Holländer nutzten diese Insel im 16. Jahrhundert als Sträflingskolonie und bauten in den Steinbrüchen Schiefermaterial für das Fort am Kap ab. Später wurde Robben Island dann zum Hochsicherheitsgefängnis für politische Gefangene zu denen auch Nelson Mandela gehörte, dieser Trakt wurde 1991 dann aufgelöst und 1996 auch der Trakt für gewöhnliche Kriminelle. Heute befindet sich ein Museum auf der Insel und sie wurde von der UNESCO zum Welterbe ernannt und als Symbol der Freiheit gesehen. Die von ehemaligen Wärtern oder Sträflingen geführten Touren starten am „Nelson Mandela-Gateway“ an der Waterfront. Ein selbstständiger Besuch der Insel ist nicht gewünscht und auch nicht möglich. Weniger bekannt ist jedoch die Tatsache, dass die Insel bis ins 20. Jahrhundert hinein auch als Lager für Aussätzige und Behinderte genutzt wurde. Früher einmal hatte die Insel die Funktion eines Postamtes. Schiffe auf dem Weg nach Indien hinterließen in geölte Häute eingenäht Briefe unter großen Steinen (post office stones) in die oft das Ankunfts- und Abfahrtsdatum des Schiffes eingraviert war.

Townships

Viele der Townships entstanden durch die Apartheid, bzw. durch das Gesetz über die Gebietseinteilung für die Bevölkerungsgruppen, welches die Spaltung zwischen den Bevölkerungsgruppen vertiefte. Ein weiterer, weitaus größerer Faktor war, dass das Kapland eine Gegend war, in der nach der Apartheid die „Coloureds“ bevorzugt wurden. Dies hies für die Schwarzen, die ihre eigenen „Heimatgegenden“ im Eastern Cape hatten, dass sie am Kap nicht erwünscht waren und auch erst dann Arbeit bekamen, wenn keine Coloureds und keine Weißen dafür zur Verfügung standen. Inzwischen ist es so, dass bestimmt mehr als die Hälfte der Einwohner Kapstadts in einem der vier größten Townships, Langa, Crossroads, Gugulethu und Khayelitsha wohnen. Da es sich um Townships der schwarzen Bevölkerung handelt wohnen dort hauptsächlich Xhosa und Zulu. Das Township Langa, wessen Name „Sonne“ bedeutet erstreckt sich über 3 km² und es leben dort ungefähr 83.000 Menschen. Es wurde bereits 1922 für als Siedlung für Wanderarbeiter gegründet. In Gugulethu leben auf 6,16 km² rund 260.000 Menschen und in Crossroads ca. 95.000.
Khayelitsha ist mit 34 km² das drittgrößte Township der Republik Südafrika. Offiziell leben hier über eine Million Menschen, viele sind jedoch nicht von den Volkszählungen erfasst. Schätzungen zufolge leben dort inzwischen 2-2,5 Millionen Menschen und der Zuwachs reißt nicht ab. Ebenso wie die anderen Townships ist auch Khayelitsha in viele kleine Sektionen eingeteilt, wodurch ein Zurechtfinden überhaupt erst möglich wird. Die vielen kleinen Straßen sind in den üblichen Straßenkarten und auch im Internet nicht zu finden. Es bedarf also der Hilfe Einheimischer, wenn man sich auf die Suche nach einem bestimmten Ort, einer bestimmten Straße macht, da man sich in dem Straßengewirr leicht verlieren kann. Die Menschen leben in diesen Townships in mehr oder weniger kleinen Häusern - wobei viele der Blechhütten gar nicht mehr als solche zu bezeichnen sind! Etwas schönere Gegenden mit Häusern aus Stein grenzen oft direkt an Wellblechhütten. Die Arbeitslosenrate liegt bei ca. 75%, zudem hat Khayelitsha eine der höchsten HIV-Infizierten-Raten in Südafrika. An dieser Stelle ein paar Vergleichsdaten zur Bevölkerungsdichte nennen:
3.820 Einw. je km² (Berlin)
29411,76 Einw. Je km² (Annahme 1 Mio Einwohner für Khayelitsha)
73529,41 Einw. Je km² (Annahme 2,5 Mio Einwohner für Khayelitsha)

Kapstadt als „Tor zur Welt“
Einen großen Teil von Kapstadts Internationalität machen natürlich die bereits dargestellten Orte und die Lage aus. Inzwischen gilt Kapstadt als die trendigste Metropole Südafrikas und eine der schönsten Städte der Welt. Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass aufgrund der hervorragenden Bedingungen sich die Filmindustrie im Umland von Kapstadt etabliert hat. Mit 2 Milliarden Rand ist sie ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. In den letzten zehn Jahren haben sich Kapstadt und Umgebung zu einer der beliebtesten Film- und Fotolocations entwickelt und ist inzwischen auf Platz fünf der Weltrangliste der Filmstandorte.

Die Flora des Western Cape

Oberflächlich gesehen sind die Gegebenheiten im Western Cape für Pflanzen nicht die besten. Nährstoffarme Böden ohne Ende. Doch gerade diese sind es die für eine unvorstellbare Vielfalt an Pflanzenarten in der Kapregion sorgen. Während es in ganz Deutschland rund 3200 verschiedene Pflanzen wachsen, gibt es hier mehr als 7000. Selbst auf dem Tafelberg gibt es mit 1500-1800 verschiedenen Pflanzen mehr als in ganz England. Wie bereits angedeutet ist die Vegetationsvielfalt durch die Nährstoffarmut der Böden bedingt. Die Pflanzen passen sich auf verschiedene Weise den Gegebenheiten an und entwickeln sich so zu eigenen Arten. Allein mehr als 600 Arten der Gattung Erica gibt es hier zu bestaunen, die weite Teile der Ebenen und Hänge bedecken. Ebenso kommen mehr als die Hälfte der weltweit 130 Arten der Gattung Protea im Kapland vor. Die Königsprotea ist übrigens auch die Nationalblume Südafrikas. Besucht man im Frühling das Kapland so hat man die Möglichkeit eine Farbenfrohe bunte Pflanzenlandschaft im oft doch sehr kargen Afrika vorzufinden. Ebenfalls berühmt ist das Kapland für seine lichtdurchfluteten Wälder des Silberbaumes. Dieser wächst auf gut mit Wasser versorgten Böden und wird selten höher als zehn Meter. Die Silberbäume, die ihren Namen ihren silbrigen Blättern verdanken, wachsen an den Osthängen des Table Mountain. Kaum mehr zu finden ist hingegen der Kap-Loorberbaum. Aufgrund seines wertvollen, harten Holzes ist er unter anderem durch den Möbelbau nahezu ausgerottet worden.

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